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Einheimische Arbeiter und Arbeitsmigranten machen gemeinsame Sache
Gemeinsames Positionspapier des Workers Advice Center und der Hotline für Arbeitsmigranten, Israel

as Workers Advice Center (Ma’an) und die Hotline für Arbeitsmigranten fordern, daß die Regierung von Israel damit aufhört, den Import weiterer Arbeitsmigranten (ausländischer Arbeiter) genehmigen. Wir haben zwei Ziele: den Handel mit Arbeitsmigranten, die behandelt werden wie Sklaven, abzustellen und die Rückkehr der verdrängten einheimischen Arbeitskräfte (insbesondere Araber) in den Arbeitsmarkt zu fördern.
Die Hotline für Arbeitsmigranten und das Workers Advice Center (WAC oder auf arabisch: Ma’an) wenden sich gemeinsam gegen die erklärte Absicht der Regierung, “den Himmel zu öffnen” für den Import weiterer Arbeitsmigranten. Unorganisiert, oft sieben Tage in der Woche mehr als zwölf Stunden für wenig Lohn arbeitend, kosten Migranten aus Asien, Afrika und Osteuropa die einheimischen Arbeitgeber weniger als einheimische Arbeitskräfte. Früher stellte in erster Linie die arabische Bevölkerung die Arbeitskräfte auf dem Bau und in der Landwirtschaft. Der Import von Migranten hat sie wettbewerbsunfähig gemacht. Wir fordern einen sofortigen Stop solcher Praktiken.
Die derzeitige Politik hat Drehtürcharakter. Wie ein Report, den das U.S. State Department diese Woche herausgegeben hat, feststellt, ähneln die Lebensbedingungen legaler Migranten denen von Sklaven. Aus diesem Grund gehen viele Migranten auf der Suche nach besseren Bedingungen in die ‘Illegalität’. Dann werden sie gejagt, verhaftet und deportiert, zugleich werden neue ‘legale’ Migranten importiert. Das sind die Bedingungen, unter denen die einheimischen Bau- und Landarbeiter vom Arbeitsmarkt gedrängt werden.
WAC/Ma’an und die Hotline kümmern sich um sehr unterschiedliche Bevölkerungsgruppen, aber unsere Zusammenarbeit in diesem Punkt zeigt die enge Verbindung zwischen der Regierungspolitik gegenüber den Migranten und der trostlosen Lage der arbeitslosen Einheimischen. Die ‘Versklavung’ der Migranten stellt eine schwere Verletzung der Menschenrechte dar, ist aber nur eine Seite der Medaille. Sie ist der Grund, aus dem die Bauunternehmer Migranten den Einheimischen vorziehen. Sie können sie ungestraft ausbeuten und immer höhere Profite einstreichen. Die Regierung eliminiert die Möglichkeit, Einheimische zu menschenwürdigen Bedingungen auf den Arbeitsmarkt zurückzubringen, indem sie dem Import von immer mehr Arbeitsmigranten genehmigt. So verschärft sie das Problem der Arbeitslosigkeit.
Aufgrund umfangreicher Erfahrungen auf diesem Gebiet sind WAC/Ma’an und die Hotline zu dem Schluß gekommen, daß die Regierungspolitik für die Entwicklung sklavereiähnlicher Bedingungen unter den Migranten, für die hohe Arbeitslosigkeit unter einheimischen Arbeitern und die negative Wirkung auf das Einkommen jener Einheimischer, die noch arbeiten, direkt verantwortlich ist. Diese Politik dient nur einer kleinen Gruppe von Personalvermittlungen und Arbeitgebern mit guten Verbindungen, die auf dem Rücken der Arbeitsmigranten ein Vermögen verdienen. Unabhängig von den bereits erwähnten Mißständen fordern sie - illegal und “unter der Hand” - von den Arbeitsmigranten für die Möglichkeit zu arbeiten Tausende von Dollars. Sie verkaufen diese Arbeiter an andere Arbeitgeber und behalten ihre Pässe ein - alles Verstöße gegen das israelische Gesetz. Die Regierung gestattet den Arbeitgebern, diese Arbeiter zu versklaven und deportiert sie dann auf Kosten der Steuerzahler, um anschließend neue Opfer ins Land zu bringen.
Während sie die Arbeitsmigranten mit einer Hand importiert, führt die Regierung mit der anderen Hand Massendeportationen durch und erklärt, diese seien notwendig, um Jobs für Israelis zu schaffen. Die steigenden Arbeitslosenzahlen strafen diese Behauptung Lügen. Die Deportationen dienen nur dazu, die Öffentlichkeit davon abzulenken, daß es nicht gelingt, die Arbeitslosigkeit zu senken. Statt dieses Scheitern einzugestehen, beschuldigt die Regierung die Arbeitsmigranten und heizt so die Fremdenfeindlichkeit an. Das tatsächliche Problem sind nicht die “ausländischen Arbeiter” sondern die systematische Ausbeutung und der Mißbrauch einer Arbeiterschaft, die eingesperrt und unterbezahlt ist und keine Stimme hat.
In den vergangenen 18 Monaten wurden fast 20.000 Arbeitsmigranten deportiert, viele von ihnen waren Bauarbeiter. Im gleichen Zeitraum ist es WAC/Ma’an gelungen, 600 einheimische Bauarbeiter wieder in Lohn und Brot zu bringen. Mehr als 1.000 weitere Arbeitslose haben sich auf der Suche nach Arbeit an WAC/Ma’an gewandt. Die meisten Baufirmen sind ungeachtet ihrer öffentlichen Verlautbarungen an einheimischen Arbeitern nicht interessiert und ebenso wenig an ausländischen Arbeitern, die schon hier sind. Sie ziehen neue Arbeitskräfte aus dem Ausland vor. Oberflächlich betrachtet scheint die Politik, Arbeiter (auf ihre eigenen Kosten) zu importieren und gleichzeitig andere (auf Kosten des Steuerzahlers) zu deportieren, völlig irrational zu sein. In der Praxis aber dient sie den Interessen einer kleinen, aber außerordentlich mächtigen Lobby aus Personalvermittlungen, Landwirtschaftsbetrieben und Bauunternehmern.
Das neue Vorhaben, “den Himmel zu öffnen” verletzt die Empfehlungen israelischer Arbeitsmarktsexperten. Die Regierung sollte die sogenannten “verbindlichen” Vereinbarungen, denen zufolge Arbeitsmigranten an einen einzigen Arbeitgeber “gebunden” sind, aufheben. Sie sollte das Einkommen aller Arbeiter innerhalb eines Industriesektors vereinheitlichen. Solche Maßnahmen würden den Import von Arbeitsmigranten weniger einträglich machen und den Einheimischen wieder die Türen öffnen. Statt dessen hat sich die Regierung jedoch einer kleinen Gruppe von Aktionären ergeben, die gegenüber dem menschlichen und ökonomischen Preis, den Tausende arbeitsloser einheimischer Arbeiter und Tausende von Migranten zahlen, gleichgültig bleiben.
Vor diesem Hintergrund haben sich WAC/Ma’an und die Hotline for Migrant Workers entschieden, eine öffentliche Kampagne gegen diese Politik zu organisieren. Wir rufen alle, die unsere Position unterstützen, auf, gemeinsam mit uns zu kämpfen. Als Organisationen, die unterschiedlichen Sektoren des Arbeitsmarkts dienen, sehen wir dies als einzigartige Gelegenheit, eine organisierte Machtbasis zu schaffen, die die Arbeiter- und Menschenrechte schützt und zugleich die Humanität der israelischen Gesellschaft insgesamt erhöht. 
WAC/Ma’an macht Rechtsberatung für Arbeiter. WAC/Ma’an versucht, arabische und palästinensische Arbeiter wieder in den Bausektor zurückzuholen. Kontakt: Michal Freedman, Tel. 00972-3- 683 91 45, Mobil: 00972-53-43 55 46.
Die Hotline for Migrant Workers ist eine Menschenrechtsorganisation, die versucht, die Sklaverei und das trafficking von Menschen in Israel zu beenden abolish. Sie hilft Arbeitsmigranten, insbesondere jenen, die inhaftiert sind und auf die Deportation warten, ihre Rechte als Arbeiter und Menschen durchzusetzen actualise. Kontakt: Sigal Rozen, Tel. 00972-3-560 25 30, 00972-64-72 33 31.



Diskriminierung und Ausbeutung in der Bauindustrie